Renaler sekundärer Hyperparathyreoidismus (sHPT)

Befund

Der sekundäre Hyperparathyreoidismus (sHTP) stellt kein eigenes Krankheitsbild dar. Er ist die Folge einer anderen Grunderkrankung. Die Abgrenzung zu manchen Formen des primären Hyperparathyreoidismus ist manchmal schwierig.

Beim renalen sHTP treten häufig Beschwerden des Bewegungsapparats auf. Am Anfang meist undifferenziert, entstehen später häufig Knochenbrüche. Hauptbeschwerden sind Knochenschmerzen, die sich durch Veränderungen am Skelettsystem (renale Osteopathie), vor allem im Bereich der Fersen, der Brustwirbelsäule und der Schultergelenke manifestieren. Auch die Entstehung eines Rundrückens ist symptomatisch.

Durch Ablagerung von Kalziumphosphat in den Weichteilen kommt es zu vorzeitigen Gefäßverkalkungen, Verkalkungen im Bereich des Schulter- und Ellenbogengelenks, selten auch des Hüftgelenkes und bei extremen Formen zu Weichteilverkalkungen, die den Herzmuskel, die Lungen und das Nierengewebe betreffen können.

Der erhöhte Gehalt der Haut an Kalziumphosphat wird für den oft sehr lästigen Juckreiz verantwortlich gemacht. Ein weiteres klinisches Zeichen bei fortgeschrittener Erkrankung ist eine Muskelschwäche (Myopathie), die sich vor allem auf die Oberschenkelmuskulatur auswirkt und dazu führt, dass sich die Patienten im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung aus sitzender Position nicht mehr erheben können.

Befund / Diagnostik

Die Diagnostik des sHPT stützt sich zunächst auf die gleichen Parameter wie die des pHPT, nämlich die Bestimmung von:

  • Kalzium
  • Phosphat
  • Parathormon
  • Alkalische Phosphatase

Bei den meisten Patienten liegt hier ein normaler oder manchmal sogar erniedrigter Kalziumwert (Normocalcämie) bzw. ein erhöhtes Phosphat im Blut (Hyperphosphatämie) vor - je nach Behandlungsregime durch Diät, Phosphatbinder und Dialyse. Ausserdem wird eine Erhöhung des Parathormons zu erkennen sein. Einen hohen Stellenwert nimmt auch die Bestimmung der alkalischen Phosphatase ein. Sie ist fast immer erhöht, bei fortgeschrittener Erkrankung um mehr als das Doppelte der Norm.

Die Röntgenuntersuchung der Hand, der Schultereckgelenke und weiterer symptomatischer Skelettabschnitte sind ebenfalls wichtiger Bestandteil der Diagnostik.

Lesen Sie hier mehr zur Therapie des sHPT.

Blutarmut (renale Anämie)