Primärerer Hyperparathyreoidismus (pHPT)

Befund

Erkrankungen der Nebenschilddrüsen sind - im Gegensatz zu den Schilddrüsenerkrankungen - immer noch eher unbekannt. Obwohl Patienten mit Nebenschilddrüsenerkrankungen die zweitgrößte Patientengruppe sind, bei denen Operationen an hormonproduzierenden Drüsen durchgeführt werden, galt der Hyperparathyreoidismus früher sogar als eine eher seltene Erkrankung.

Ein zu hoher Kalziumwert im Blut (Hypercalcämie) wird heutzutage zum Glück durch den Einsatz von häufigeren Laboruntersuchungen früher entdeckt. Denn bis zu 30% der Patienten mit primärem Hyperparathyreoidismus (pHPT) sind ohne Symptome oder haben nur ganz milde Beschwerden. Die Mehrzahl der Patienten (ca. 70 bis 80%) weist Symptome auf, die als Folgen des erhöhten Kalziumspiegels anzusehen sind (Hypercalcämiesyndrom). Dabei handelt sich um unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Schwäche, Antriebs- / Appetitlosigkeit, Herzklopfen, vermehrtes Durstgefühl, vermehrtes Wasserlassen, depressive Verstimmung, Übelkeit oder funktionelle Beschwerden des Magen-Darmtraktes (Verstopfung). Solche Symptome sollten unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

Weitere Folgen eines zu hohen Kalziumwertes können Nierenkoliken / -steine und Knochenschmerzen (bis hin zur Osteoporose mit Knochenbrüchen) sein. Auch Herz-/Kreislauferkrankungen als Folge sind möglich.

Bei sehr hohen Kalziumspiegeln können lebensbedrohliche Krisen (Hypercalcämische Krisen) als Maximalform des Hypercalcämiesyndroms auftreten. Diese können zum akuten Nierenversagen, Hirnfunktionsstörungen bis hin zum Koma führen. Die hypercalcämische Krise ist jedoch heute im Rahmen des pHPT extrem selten.

Befund / Diagnostik

Beim Auftreten o.a. Symptome sind regelmäßige Kontrollen folgender Laborparameter erforderlich (mehrfache Bestimmungen empfehlenswert):

  • Serumkalzium
  • Parathormon
  • Serumphosphat
  • Albumin-/Kreatinin- korrigiertes Serumkalzium
  • Produkt aus Kalzium mal Phosphat

Als wichtigstes Laborzeichen gilt die erhöhte Kalziumkonzentration im Blut, d.h. Hypercalcämie, wenn das Serumkalzium über 2,6 mmol/l liegt.

Eine Ultraschalluntersuchung des Bauches kann Nierensteine sowie eine Verkalkung des Nierenparenchyms (Nephrocalcinose) oder auch eine - heutzutage eher selten vorkommende - Bauchspeicheldrüsenentzündung mit Kalkeinlagerungen als Folgeerkrankung eines pHPT nachweisen.

Unter Therapie bilden sich diese Beschwerden in der Regel wieder zurück. Da die Symptome sehr unspezifisch sind, bleibt der pHTP oft jahrelang unentdeckt oder wird zufällig im Rahmen einer Routinekontrolle festgestellt.

Lesen Sie hier mehr zum Therapie des pHPT.

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